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Die Straße von Nauplia nach Epidaurus führt quer durch die Halbinsel, vorbei an Weinbergen und uralten knorrigen Ölbäumen, mit den lichten Konturen der Berge im Hintergrund; direkt über Epidaurus erhebt sich das Arahneo-Gebrige - das "Arachnaion", wie es schon im "Agamemnon" des Äschylos heißt. Dann, in den grünen Hang eines Hügels eingebettet, liegt das Theater von Epidaurus vor uns das bekannteste und besterhaltene aller antiken Theater; im 3. Jh. v.Chr. aus Kalkstein erbaut, mit einem Fassungsvermögen von 12.000 Zuschauern, war und ist es wegen der schönen Lage und vor allem seiner unübertroffenen Akustik berühmt - noch auf den höchsten Stufen, in 22 m Höhe, ist jedes in der Orchestra gespochene Wort zu verstehen. Im Sommer finden hier die "Festspiele von Epidaurus" statt, und die Auffuhrung eines antiken Dramas in diesem Theater, in dieser Landschaft mitzuerleben bleibt ein unvergeßliches Erlebnis. Nördlich vom Theater erstreckt sich das Gelände des Heiligtums, das dem Gott der Heilkunst und Sohn des Apollon, Asklepios geweiht war; ihn erschlug Zeus mit seinem Blitz, weil er in seiner Vermessenheit den Tod nicht achtete und Tote wieder zum Leben erweckte. Zu sehen sind u.a. noch Reste des Asklepios-Temples (dorischer Peripteros-Tempel aus dem 4. Jh. v. Chr.), des Gästehauses, eines Rundbaus (Tholos), der Schlafhallen (Abaton), des Artemis - und Themis-Tempels und des Gymnasions. Funde aus dem Ausgrabungsfeld sind im Museum am Eingang zur Archäologischen Stätte ausgestellt. Die antike Stadt Epidaurus lag an der Stelle des heutigen Alt-Epidaurus, einem Hafenort mit schönen Stränden und vielen Tavernen, umgeben von Oliven - und Orangenhainen. 7 km weiter nördlich, am Fuss des Akros ist im Binnenland das Neue Epidaurus (Nea Epidavros) entstanden und noch weiter nördlich liegt das Kloster Moni Agnounda, mit byzantinischen Wandmalereien. Das Landstädtchen Ligourio westlich von Nea Epidavros hat sich aus einem verschlafenen Provinznest zu einem beliebten Fremdenverkehrsort entwickelt; es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Reisebussen, Autos und Mofas und aus den Tavernen dringt Bratenduft - Lamm oder Innereien vom Grill, Spezialitäten der Argolis, die regen Zuspruch finden, bei hungrigen Theater-Fans und Jüngern des Pausanias, die sich hier aus allen Winkeln des Erdballs eingefunden haben. Der Küstenstraße in nördlicher Richtung folgend sieht man bald im Grün versteckt den Hafenort Galatas vor sich, nur einen Katzensprung von Poros im Argosaronischen Golf entfernt, zu dem Pendelverkehr mit Fähren und kleineren Booten besteht. Etwas weiter nördlich schiebt sich die nahezu kreisrunde Methana-Halbinsel ins Meer, benannt nach derschon im Altertum für ihre heilkräftigen Quellen berühmten Stadt Methana. Bäder in den heißen Schwefel- und Chlornatriumquellen sind angezeigt bei Hautkrankheiten, Rheumatismus und Nervenleiden. Der Kurort hat sich mit moderner Infrastruktur, wozu auch die vielen Tavernen, Restaurants, Nachtclubs und Diskotheken zählen, auf den Zustrom von Touristen eingestellt, die nicht zuletzt auch von den verlockenden Badestränden angezogen wurden. Man erreicht Methana von Piräus (häufiger Fährverkehr) und im Sommer außerdem von Marina Zeas aus (mit Flying Dolphins). Das ist die traumhaft schöne Sagenlandschaft Argolis. (In der Ferne leuchten die ersten Lichter von den Inseln im Saronischen Golf aus der Nacht herüber). |
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